Dienstag, 1. April 2014

Bericht: Leipziger Buchmesse 2014 Teil 1


Besser etwas spät, als nie! Hier kommt endlich mein ausführlicher Bericht zu der Leipziger Buchmesse 2014!

Los ging es für mich am Donnerstag mit dem Zug. Ich musste nur einmal umsteigen und konnte es mir so die knapp 6 Stunden Fahrt recht gemütlich machen. Ich hatte einen schönen ruhigen Sitzplatz. Die Fahrt nutzte ich also zum Lesen. Die Vorfreude auf die Buchmesse und zwei relativ interessante eBooks ließen die Bahnfahrt blitzschnell vorüberziehen. Die Rezension zu den in der Zeit gelesenen Büchern "Das leichte Leben" und "Der Tod hat einen Namen" sind schon online.

In Leipzig checkte ich erst mal in meinem Hotel ein und machte mich frisch. Danach gab es lecker Sushi zum Abendessen und schon ging es zu meiner ersten Leipziger Lesung. Die 2. Fischer-Krimi-Nacht stand auf dem Programm.


Bei dieser Lesung warten drei talentierte Autoren dabei. Arno Strobel stellte "Das Rachespiel" vor, Claus Probst gab sei Lesungsdebut mit "Nummer Zwei" und der erfahrene Klaus-Peter Wolf hatte "Ostfriesenfeuer" im Gepäck. Moderiert hat den Abend die charmante Michaela Pelz.
Von Anfang an herrschte eine sehr ausgelassene Stimmung. Schon vor der eigentlichen Lesung wurde viel gelacht und sich unterhalten.
Den Anfang machte Arno Strobel. Als Einstieg witzelte er mit Michaela und erzeugte einige Lacher im Publikum. Als er anfing aus seinem Buch zu lesen, war keinem mehr nach lachen zumute. Sofort hatte er die Zuhörer in seinen Bann gezogen. Seine sehr angenehme Stimme und perfekte Betonungen machten die Geschichte noch spannender. Von Anfang an war man völlig gefesselt und wollte immer mehr über das Rachespiel erfahren. Und spätestens nach dem sehr geschickt gewählten und gleichzeitig gemeinem Ende der Lesung, wollte jeder im Saal sofort weiter lesen. Arno Strobel ist nicht nur ein sehr talentierter Autor, sondern auch ein fantastischer Vorleser.
Als nächstes durften wir Claus Probst kennen lernen. Es war seine erste Lesung und somit für alle etwas ganz besonderes. Schon in der Vorschau des Verlages machte mich das Buch sehr neugierig. Jetzt freute ich mich also doppelt auf die Lesung. Zwar erscheint "Nummer zwei" erst am 22. Mai, gegen eine Spende für einen guten Zweck konnte das Buch aber als Leseexemplar nach der Lesung erworben werden. Eine sehr nette Idee. Bei der Lesung merkte man zwar immer wieder, dass der Autor noch unerfahren ist, es machte aber trotzdem richtig Spaß ihm zuzuhören. Besonders die Kombination aus seiner weichen Stimme mit einem netten Dialekt und einem packenden recht heftigen Thriller, machte die Lesung einfach klasse. Bei dem Gespräch mit Michaela bewies auch Klaus Probst Humor. Er schaffte es Zweifels ohne das Publikum für sich und seinen ersten Thriller zu begeistern.
Zu guter Letzt war der alte Hase Klaus-Peter Wolf dran. Nach eigener Aussage hat er bereits circa 7000 (!) Lesungen gehalten. Das ist eine unglaubliche Leistung! Auch an diesem Tag merkte man immer wieder, dass Herr Wolf ein Profi ist. Wenn man seit drei Wochen die Nummer eins der Spiegel Bestsellerliste ist, muss man es auch sein. Er schaffte es immer wieder genau den richtigen Nerv des Publikums zu treffen. Von fesselnder Spannung, so dass man die Luft anhielt, bis Tränenlachen war alles dabei. Beim Vortragen der Kapitel bekam ich eine richtige Gänsehaut, weil der Autor so authentisch schreibt und vor allem liest. Man hatte wirklich das Gefühl einen Mörder vor sich zu haben. Und nur wenige Minuten später kam ein Abschnitt, bei dem man nur laut lachen konnte. Eine so gute Kombination von Spannung und Humor ist mir bisher äußerst selten begegnet. Ich war wirklich positiv überrascht und endlos begeistert. Eigentlich bin ich kein Fan von Regionalkrimis, aber die Ostfriesenreihe scheint alles andere als ein typischer Regionalkrimi zu sein. Ich bin schon sehr sehr gespannt auf das Buch!
Bei so viel Begeisterung habe ich natürlich alle drei Bücher mitgenommen. Arno Strobel und Claus Probst haben mir mein Exemplar sogar signiert. Da freue ich mich besonders drüber! Das Rachespiel habe ich auch schon verschlungen und die Rezension ist auch online.
Und an dieser Stelle kann ich nur die Michaela zitieren: "Danke an die Boys!"


Am Freitag war dann mein Messetag. Ich machte mich ganz in Ruhe fertig, genoss das reichhaltige Hotel-Frühstück und startete recht früh los. Schon um knapp 9:00 Uhr war ich am Messegelände. So konnte ich ganz in Ruhe die ganze noch ruhige Atmosphäre auf mich wirken lassen. Bei einem leckeren Kaffee schaute ich mir meinen Zeitplan noch mal in Ruhe an, schlenderte durchs Gelände und machte mich um kurz vor zehn auf den Weg in Halle 3. Als ein Dong ertönte und die Lesebegeisterten endlich in die Hallen durften, war ich schon mächtig aufgeregt und freute mich noch mehr auf viele schöne Stunden.
Erst stöberte ich durch die Halle und schauten mir meine Pflichtstände an. Die ersten netten Gespräche mit Verlagsmitarbeitern wurden auch schon geführt. Um 10:30 sah ich mir dann das Gespräch zu "In den Wäldern Sibiriens" an. Auf das Buch bin ich zufällig beim Durchstöbern des Programms Leipzig liest gestoßen. Ich war sehr gespannt zu erfahren, was hinter dem nüchternen Klapptext zu dem Buch steckt.
Auch wenn ich kein französisch verstehe, kam der Autor sehr sympathisch rüber. Man hörte seine Begeisterung für das Erlebte und das Land heraus. Der attraktive und sehr ausgeglichen wirkende Autor verdeutlichte, dass ihm vor allem der Bezug zur Natur wichtig war. Es sollte keine rein spirituelle Reise werden. Schließlich hatte er die Dämonen in Form von Zigarren und Whisky mitgenommen. Der recht trockene Humor überzeugte mich dann endgültig. Am Ende durfte ein signiertes Exemplar mit. Ich bin sehr gespannt auf das Buch, vor allem weil es ganz anders ist, als meine sonstige Ausbeute.

Anschließend führte mich mein Weg zu mehreren Verlagen. Ich stöberte in den Neuerscheinungen und meine Wunschliste wuchs immer mehr. Immer wieder ergaben sich auch nette Gespräche mit anderen Lesern, Bloggern und Verlagsmitarbeitern.

Und schon stand die nächste Lesung an. Kai Meyer stellte sein neuestes Buch "Die Phantasmen" vor. Ich muss zugeben, dass ich noch kein Buch des Autors gelesen habe. Da war ich sehr neugierig, was mich erwartet. Sofort musste ich feststellen, dass es einige Fans gibt. Die Leseinsel war schon sehr gut besucht, obwohl noch einige Minuten bis zur Lesung waren.
Der Autor wirkte sympathisch und schaffte es die Leser schnell für sein Werk zu begeistern. Auf mich wirkte die Lesung teilweise leider zu sehr wie ein Job. Mir fehlte ein wenig die Lockerheit und der Spaß des Autors. Nichts desto trotz war es eine nette Lesung und auch hier habe ich mir ein signiertes Exemplar geschnappt.

Dann machte ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem. Auf dem Weg traf ich die sehr sympathische Ann-Kathrin Karschnick. Wir haben uns sehr nett unterhalten und sie erzählte einige spannende Details über ihre Bücher. Da musste ich einfach "Phoenix - Tochter der Asche" mitnehmen. Dazu gab es noch eine persönliche Signatur. An dieser Stelle ein Gruß an die liebe Autorin.

Nach so vielen tollen Erfahrungen gönnte ich mir eine Pause. Gutes Essen gab es schließlich auch an jeder Ecke.

Weiter geht es in Teil 2!