Sonntag, 13. April 2014

Rezension: Dan Wells - Ich bin kein Serienkiller



Reihe: Serienkiller Teil 1
ISBN-13: 978-3492701693
Verlag: Piper
Seiten: 384 beim Hardcover
Erstveröffentlichung:01.09.2009

Ein 15-jähriger Junge, der keine emotionale Bindung zu Menschen aufweist und sie nur als "Es" sieht, als Dinge. Aber er lernt mit dieser Schwäche umzugehen und zwingt sich selber Regeln auf, damit er niemanden verletzt oder umbringt - was sein innerster Wunsch ist. Er weiß, dass seine Gefühle falsch sind und handelt so gegen seine eigentliche Natur - er versucht die Menschen in seinem Wohnort vor einem Serienkiller zu schützen.

Eine wahnsinnig interessante Geschichte und vor allem voller neuer Ideen, die meines Wissens nach noch nicht so in einem Buch auftauchen. Wer ist dieser Junge? Was steckt wirklich hinter seiner Fassade? Ist er wirklich ein geborener Serienkiller und schafft er es gegen sein Verlangen anzukämpfen? Man möchte als Leser immer mehr erfahren und hofft, dass alle diese Fragen beantwortet werden. Und genau so sollte ein Buch sein - einen mit jeder einzelnen Seite fesseln, sodass man beim Lesen alles um sich herum vergisst.

Auf den Inhalt gehe ich nicht weiter ein, damit ich nicht zu viel verrate und die Spannung nehme.
Beim Lesen erfährt man nach und nach immer mehr über den Protagonisten John und seine Gedankengänge (die nicht immer appetitlich sind). Auch über den Mörder weiß man recht schnell sehr viel, was die Spannung jedoch absolut nicht nimmt, ganz im Gegenteil.

Dem Autor ist es unglaublich gut gelungen das Zwischenmenschliche und die Jagd nach dem Killer in einer zusammenhängenden Geschichte darzustellen. Denn nicht nur die brutalen Morde werden behandelt, sondern auch der Umgang eines Soziopathen mit seinen Mitmenschen. Dadurch gewinnt das doch recht brutale Buch viel Tiefe. Dieses Zusammenspiel ist nicht einfach zu verfassen, aber Dan Wells hat es erfolgreich geschafft.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive des jungen John geschrieben. Dafür ist es doch recht anspruchsvoll vom Stil her, aber nicht unglaubwürdig oder unpassend. Da John ein sehr schlaues Köpfchen ist, wirkt die Sprachwahl nicht übertrieben. Leider gab es auch Momente beim Lesen, die ich alles andere als loben kann. Einige Szenen waren, meiner Meinung nach, zu sehr in den Vordergrund gerückt worden und somit zu gut beschrieben. Zum Beispiel brauchte ich die Einbalsamierungsrituale nicht soo genau nachzuvollziehen. Für die Geschichte sind sie wichtig, aber waren doch zu detailgetreu. Auch einige kleine Szenen fand ich merkwürdig und irgendwie unstimmig. Aber sie hielten sich doch in Grenzen. Und vielleicht kann man sie nachvollziehen, wenn man die Fortsetzung gelesen hat.

Alles in einem finde ich diesen ersten Teil der Trilogie sehr gelungen und lesenswert für alle Thriller/Fantasy Fans. Eine wirklich gute Arbeit, Mr. Wells!