Freitag, 4. April 2014

Rezension: David E. Hilton - Wir sind die Könige von Colorado

http://www.arche-verlag.com/fileadmin/vsg_images/cover/zoom/9783716026472.jpg

ISBN-13: 978-3716026472
Verlag:Arche Verlag
Seiten: 400 beim Hardcover
Erstveröffentlichung:01.02.2011

Ein 13-jähriger Junge sticht seinem Vater ein Messer in den Leib und wird dafür für zwei Jahre in eine Erziehungsranch in Colorado geschickt. Wie genau es zu dieser (gerechten) Messerattacke kam und was in Colorado passiert beschreibt David E. Hilton in diesem Buch ohne Rücksicht auf die Nerven der Leser.

Nach und nach erfährt man immer mehr grausige Details aus dem Leben von dem Protagonisten Will und seinen neu gewonnenen Freunden und Feinden auf der Ranch. Dabei wird nicht an grausigen und physisch und vor allem psychisch brutalen Szenen gespart. An einigen Stellen wird einem beim Lesen schon fast schlecht und nicht selten musste ich mir eine Träne wegwischen. Die Geschichten sind einfach furchtbar und man fragt sich, wie jemand so viel Grausamkeit "erfinden" kann. Ich bin ein Fan von auch nicht immer jugendfreien Thrillern, aber wenn es um Kinder geht und Geschichten, die sich einfach zu real anhören, kann ich nicht einfach lesen.


Genau aus diesem Grund war ich einige Male drauf und dran das Buch aufzugeben, weil ich dachte es einfach nicht lesen zu können. Aber ich habe weiter gemacht und es nicht bereut. Die Geschichten, vor allem die letzten 150 Seiten, lassen einen eine ganze Weile nicht mehr los. Aber man lernt auch etwas über sich selber dabei, weil man sich regelmäßig die Frage stellt, was ich getan hätte an der einen oder anderen Stelle.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Der Autor schreibt sehr authentisch und flüssig. Man versinkt richtig in dem Buch, vielleicht stellenweise schon zu viel. Meiner Meinung nach hätten einige Szenen nicht so genau beschrieben werden müssen, weil ich so genau nicht lesen möchte, wie Kinder misshandelt werden, egal ob von Gleichaltrigen oder von Aufsichtspersonen.

Ein insgesamt gutes Buch, das jedoch nicht ausnahmslos empfehlenswert ist. Sanftere Gemühter oder jemand, der keine Geschichten über arme und ungerecht behandelte Kinder lesen möchte, sollten das Buch meiden. Ganz gleich, wie gut es geschrieben ist. Jeder mit starken Nerven kann hier nicht viel falsch machen.
Ich bin einerseits froh es gelesen zu haben, andererseits bin ich wohl doch ein zu sanftes Gemüht.