Sonntag, 20. April 2014

Rezension: Isaac Marion - Mein fahler Freund



ISBN-13: 978-3608939149
Verlag:Klett-Cotta
Seiten: 298 beim Hardcover
Erstveröffentlichung:21.02.2011

R ist ein Zombie, der sich in ein Mädchen namens Julie verliebt. Ein Zombie mit Gefühlen? Normalerweise gibt es so etwas nicht, aber R ist nicht normal - er verändert sich.

Mit diesem Gerüst wird eine spannende, witzige, romantische und vor allem eine wirklich neue Geschichte aufgebaut. Der Autor schafft es, dass der lebende Leser sich in einen Toten verwesenden Mann hineinversetzt fühlt. Das ist eine beachtliche Leistung!


Man erfährt wie die Zombies sind - wie sie denken, reden und "überleben". Stellenweise sind diese Beschreibungen nicht sehr appetitlich, aber so sind diese Kreaturen nun mal. Der Leser erfährt auch viel über die Welt, wie sie zu der Zeit aussieht und wie die noch lebenden Menschen in der neuen Welt zurechtkommen. Dadurch wirkt die Geschichte sehr durchdacht und vielschichtig. Es geht bei weitem nicht nur um die Zombies an sich und auch nicht nur um die Liebe, die zwischen R und Julie entsteht. Vor allem zum Ende hin gibt es Hinweise und Antworten vom Autor, die zum Nachdenken anregen.
Spannung gibt es natürlich auch, besonders im letzten Drittel. Die Romantik entspricht so gar nicht den Klischees und Twilight-Schnulzen, es ist eher zwischen den Zeilen zu lesen und durch bestimmte Sätze und Handlungen perfekt an die Situationen angepasst.

Durch den recht einfachen Schreibstil (der perfekt zu der Geschichte und dem Ich-Erzähler R passt) liest sich das Buch sehr flüssig und schnell. Die knapp 300 Seiten wirken wie 50, was nochmal beweist, dass dieses Buch wirklich gut ist. Trotz aller Untoten mit ihren Essgewohnheiten und Verwesung schafft es der Autor nicht einfach eklig oder plump zu schreiben. Selbst die "typischen" Zombieszenen kann man gut lesen.

Ich hoffe, dass es von den Zombies und/oder Isaac Marion noch mehr geben wird. Und dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen, vor allem denjenigen, die mal was Neues lesen möchte.