Freitag, 11. April 2014

Rezension: Lauren Grodstein - Die Freundin meines Sohnes

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ISBN-13: 978-3608938968
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 351 beim Hardcover
Erstveröffentlichung:21.02.2011

Ein Vater, der versucht seinen einzigen und heiß geliebten Sohn zu schützen. Wie und wo vor, erfährt man nach und nach beim Lesen.

Die Grundidee des Buches ist gar nicht mal so schlecht, leider finde ich die Umsetzung nicht wirklich gelungen. Die Geschichte zieht sich und die Autorin unterbricht zu oft den Roten Faden.
Am Anfang des Buches erfährt man, wie der Beschützerversuch ausgegangen ist. Vom Kapitel zu Kapitel erzählt dann der Vater als Ich-Erzähler die gesamte Geschichte. Dabei stehen oft Situationen im Mittelpunkt, die für die Geschichte nicht wichtig sind und beim Lesen ablenken. Nach dem fünften Mal nervte das nur noch beim Lesen.


Zeitsprünge an sich finde ich oft sehr spannend und interessant. Es sollte aber zumindest ein Satz als Überleitung zwischen diesen Sprüngen sein, damit man beim Lesen auch weiß, wo man gerade ist. Bei dieser Geschichte verzichtete die Autorin nicht nur auf die Überleitungssätze, sondern sogar auf Absätze zwischen den Zeitspannen. So gab es in einem Kapitel mindestens 3 Stellen, an denen man stocken musste und ein paar Sätze wiederholt lesen. Der Leser verliert immer wieder die Übersicht. Und wenn in den Rückblenden auch noch Kommentare aus der Heute-Sicht stehen, ist es ganz vorbei. Aus diesem Grund habe ich einige Male das Buch wieder weggelegt. Ich musste mich danach zum Lesen zwingen. Und das sollte nicht der Sinn und Zweck eines Buches sein.

Bei der Erzählung an sich werden viele Personen einem nach und nach unsympathisch - ihre Handlungen wirken entweder zu aufgesetzt oder einfach nur dumm. Mit gesundem Menschenverstand ist es schwer so zu handeln, wie einige der Hauptpersonen es tun. Emotionen hin oder her. Einige Charaktere schienen auch zu wenig durchdacht und ihre Eigenschaften widersprachen sind im Lauf des Buches, z.B. bei Laura und Alec. Diese Unstimmigkeiten kann man auch nicht mit unterschiedlichen Stimmungen oder dem Erwachsenwerden erklären. Und wenn man bei der Auflösung auf einen Hammer wartet, wird man enttäuscht. Das Ende des Beschützerdrangs ist zwar nicht ohne, aber die Vorankündigungen waren zu übertrieben.

Ein Vergleich mit American Beauty ist also völlig überzogen. Dieses Buch kann es leider nicht mal annähernd damit aufnehmen. Eine Empfehlung kann ich hier absolut nicht aussprechen.