Montag, 5. Mai 2014

Rezension: Helga Glaesener - Die Vergolderin




ISBN-13: 978-3471300077
Verlag:List
Seiten: 464 beim Hardcover
Erstveröffentlichung:11.03.2011
Braunschweig im Jahr 1604: die junge Elisabeth versucht sich und ihre Geschwister zu versorgen. Als Frau hat sie keine Möglichkeit einen Beruf auszuüben, aber heimlich die Arbeit des Großvaters als Vergolderin zu machen. Durch Zufall trifft sie den blinden reichen Martin, der sich in sie verliebt. Elisabeth kann jedoch nicht nur aufgrund ihrer Liebe zu einem Anderen eine Beziehung zu Martin nicht eingehen.

Was anfangs wie eine Liebesgeschichte klingt, entpuppt sich als ein Roman mit vielen Fassetten. Es geht um das harte Leben und Überleben einer Frau im 17. Jahrhundert, die Liebe zum Beruf, Intrigen und innerlichen Zwiespalt. Trotz des Titels kann man auf dieses Buch nicht in eine Schublade mit historischen Berufsromanen stecken.. Genau das finde ich hier auch gut. Ein Buch sollte mehr beinhalten, als nur das Wehleiden einer Frau, die nicht legal Vergolderin sein kann.

Man erfährt viel über das Stadtleben an sich in dem Zeitalter, die Gedanken und Sorgen der Menschen. Die Charaktere, selbst die Nebenfiguren, sind sehr gut durchdacht und wirken echt und authentisch. Die Szenen sind bildhaft, aber nicht überzogen, beschrieben, sodass man sich beim Lesen in den Roman hineinversetzt fühlt.
Durch verschiedene Erzählperspektiven (u.a. aus der Sicht von Elisabeth, Martin oder seinem bösen Bruder Gregor) steigert sich die Spannung zwischen den einzelnen Kapiteln. Man bekommt zusätzlich die Ansichten der einzelnen Figuren noch mehr mit, wodurch die Geschichte noch schlüssiger und "realer" wirkt. An Spannung mangelt es dieser Geschichte wirklich nicht. Bis zum Schluss möchte man das Buch am liebsten nicht aus den Händen legen und erfahren, wie es weiter geht.

Der Schreibstil wirkt sehr authentisch. Die Autorin kombiniert eine moderne Schreibweise mit geschichtlicher Sprache. So lässt sich der Roman gut lesen, bleibt aber ein historischer Roman.

Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch, auch wenn es eigentlich nicht in mein Beuteschema passt.