Donnerstag, 24. Juli 2014

Rezension: Daniela Pietrek - Die brennende Frau



ISBN-13: 978-3733784720
Verlag: books2read
Seitenzahl: 145 beim Taschenbuch (als Ebook gelesen)
Erstveröffentlichung: 15.06.2014

Ein Mann kehrt nach 30 Jahren in sein altes Leben, um die Lügen der Vergangenheit zu beseitigen und Frieden zu schließen. Eine Frau trauert um ihre Familie und rätselt gleichzeitig über diese. Was ist geschehen? Wurde tatsächlich ein Mord begangen? Und auf wem lastet die schwere Schuld?

Schon das Cover machte mich sehr neugierig und die Kurzbeschreibung versprach Spannung und Emotionen. Zwar ist das Buch am Ende ganz anders, als ich erwartet habe, enttäusch bin ich jedoch nicht.
 
Die Geschichte entwickelt sich in eine ganz andere Richtung, als ich es vermutet hätte. Es ist keine Krimigeschichte oder ein spannungsgeladener Roman. Das Buch würde ich fast als eine Familiengeschichte oder einen nachdenklichen Roman bezeichnen. Denn die Mordfrage stellt nur das Gerüst dar. Im Laufe des Buches lernt der Leser verschiedene Charaktere kennen, bei denen nach und nach die Verbindung hergestellt wird. Jeder Protagonist darf sich kurz vorstellen. So lernt man die Hauptcharaktere nicht nur aus der eigenen, sondern auch aus der sich der nahestehenden Menschen. Der Autorin ist es ganz gut gelungen, trotz der so entstandenen vielen Geschichten, den roten Faden nicht zu verlieren. Zwar hätte man sich einige Stellen sparen können, wie ich finde, aber wirklich störend fand ich es nicht. Die ganzen kleinen Schicksale fügen sich nach und nach zusammen und ergeben ein stimmiges Bild, das voll Trauer, Freude, Liebe und Wut ist – sehr emotional.

Der Schreibstil ist sehr ruhig und fast schon melancholisch. Vor allem zu dem Hauptcharakter Richard, der neben der brennenden Frau den Mittelpunkt darstellt, sehr passend. Die Personen hatten für mich teils zu viele Gemeinsamkeiten – die Charaktereigenschaften und dadurch resultierende Handlungen waren mir teils zu ähnlich. Ein wenige mehr Individualität fände ich besser. Trotzdem hat jeder Protagonist doch seine eigene Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen, die auch auf den wenigen Seiten deutlich werden. Auch wenn ich viele Taten nicht nachvollziehbar fand, konnte ich mit den Charakteren mitfühlen.

Insgesamt also ein durchaus lesenswertes gefühlsbetontes Buch. Eine interessante Geschichte und gelungene Charaktere mit dem bedachten Schreibstil erwecken die Neugierde, sodass man bis zum Schluss in der Geschichte versinkt. Und am Ende glaubt man fast an Schicksal.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei der Autorin, bloggdeinbuch.de und dem Verlag für die schöne Lesezeit und das Rezensionsexemplar bedanken!