Montag, 22. September 2014

Rezension: Marlies Zebinger - Keine Angst, es ist nur Liebe



ISBN-13: 978-3945362037
Verlag: FeuerWerke Verlag
Seitenzahl: 334 beim Taschenbuch (wurde als Ebook gelesen)
Erstveröffentlichung: 01.08.2014

Anna wird bald dreißig und ist sich schon in einige Sachen in ihrem Leben sehr sicher – den Männern hat sie komplett abgeschrieben und ihr ständiger unangenehmer Begleiter ist die Angst. Es ist eine Krankheit, denn Anna hat nicht einfach Angst, sie bekommt sehr regelmäßig richtige Panikattacken. Dass das Leben dadurch nicht immer einfach ist, kann sich jeder denken. Doch plötzlich passiert etwas – Matts taucht wie aus dem nichts auf und stellt Annas Welt auf den Kopf. Plötzlich ist sie sich doch nicht mehr so sicher.Und die Ängste sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Die Geschichte klang für mich ehrlich gesagt nicht völlig überzeugend, da Anna aber in Graz lebt, musste ich das Buch lesen. Ich bin ein absoluter Graz Fan und liebe alles über die Stadt. Am Ende hat sich das Liebesgeschichten-Experiment für mich doch gelohnt.


Die Story und der Plot sind recht unterhaltsam. Es ist nichts Weltbewegendes oder absolut Neues, aber dennoch interessant. Die Entwicklung und die Ereignisse sind überzeugend und authentisch und stellenweise witzig. Im Grunde ist es eine recht typische Liebesgeschichte. Es gibt die Ablehnung, ein Hindernis, jede Menge Romantik (für mich teils zu viel und zu kitschig, da bin ich einfach nicht der Typ für) und ein innerer Kampf für oder gegen die Liebe. Das Finale wird spannend und (wie erwartet) überraschend und hindernisreich gestaltet (wobei es verhältnismäßig früh im Buch schon anfängt). Dazwischen erfährt der Leser recht viel über die Angst-Krankheit. Die Art und Weise, wie Matts um die Annas Leibe kämpft fand ich sehr gut. Zwar wurde er dadurch zu perfekt, aber Annas Entwicklung bekam mehr Pfiff.
Da ich generell nicht der große Fan von Romantik-Büchern bin, haben mich einige Szenen nicht immer überzeugt. Wobei ich denke, dass es wirklich nur an meinen persönlichen Genre-Vorlieben liegt.

Die Charaktere sind bildhaft und glaubhaft dargestellt. Insgesamt recht passend zum Gesamtkonzept. An einigen Stellen finde ich Anna aber nicht richtigüberzeugend bzw. authentisch. Matts ist in meinen Augen zu perfekt, ihm fehlten einfach ein paar Kanten. Für mich braucht jede Geschichte und jede Person einfach Macken um realistisch und glaubhaft zu sein.

Der Schreibstil ist recht schlicht und sehr leicht zu lesen. Die Zeit verfliegt und man schafft am Stück jede Menge, ohne zu merken, wie die wirkliche Welt sich weiterbewegt. Die Ich-Perspektive ist genau richtig für dieses Buch und nimmt den Leser dadurch noch mehr mit. An einigen Stellen waren für mich zu viele Wiederholungen, oder Szenen wurden unnötig in die Länge gezogen und bis ins letzte (immer wieder)durchgekaut. Einfach zu viel des Guten. Mir persönlich hätte eine Kürzung um fast 100 Seiten wesentlich besser gefallen und die Story hätte nichts eingebüßt.

Insgesamt fand ich das Buch aber unterhaltsam und für Fans des Genres absolut lesenswert. Einige örtliche Beschreibungen in Graz haben bei mir auch extra Pluspunkte verdient. Wer allerdings nicht viel mit romantischen Erzählungen mit perfekten Protagonisten anfangen kann, wird hier nicht überzeugt.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei der Autorin, dem Feuerwerke Verlag und bloggdeinbuch.de für die doch nette Lesezeit und das Rezensionsexemplar bedanken!