Samstag, 25. Oktober 2014

Rezension: Jussi Adler-Olsen - Erbarmen



Reihe: Carl Mork - Sonderdezernat Q Teil 1
ISBN-13: 978-3423247511
Verlag: DTV
Seiten: 430 beim Paperback
Erstveröffentlichung:  01.10.2009

Eine Frau gefangen in einer psychisch und physisch schrecklichen Kammer und ein Ermittler, der zwischen Trauma und Berufung schwankt. Zwei Menschen, deren Schicksal nach und nach verknüpft wird und beider Leben verändert.

Auf den Inhalt möchte ich gar nicht näher eingehen, da ist die Gefahr zu viel zu verraten einfach zu groß.

Die Geschichte fängt an wie ein relativ typischer Krimi und entwickelt sich nach und nach zu einem fantastischen Thriller. Die Spannung wird mit jedem Kapitel gesteigert und der Leser zum miträtseln animiert. Einige Fragen werden immer wieder beantwortet und gleichzeitig neue aufgeworfen, so dass man beim Lesen selber zum Ermittler wird. Dass relativ schnell klar ist, wer kein Erbarmen mit der Hauptfigur hat, tut der Story und der Spannung keinen Abbruch. Für einen Thriller ist es auch normal früh den Täter zu kennen. Es geht schließlich vor allem um die Hintergrundgeschichte und den Umgang der Menschen miteinander. Und genau diese Aspekte werden hier unglaublich gut beschrieben. Das Ende ist nicht wirklich vorhersehbar und die letzten Seiten werden so zu einem dramatischen Höhepunkt. Genau richtig, meiner Meinung nach.

Der Schreibstil ist keine literarische Meisterleistung und hat viele typische Charakteristika eines Thrillers. Aber was ist daran so schlecht? Der Autor schreibt gut und kann auch geschickt mit Zeitsprüngen umgehen (was leider nicht so oft vorkommt). Die Sprache ist bildhaft, so dass der Leser sich alles gut vorstellen kann und in dem Buch versinkt. Besonders positiv für mich war eher die europäische Art und Weise des Autors zu schreiben und weniger die skandinavische, die ich persönlich so gar nicht leiden mag.

Auf jeden Fall ein zu Recht gewordener Bestseller und eine Leseempfehlung wert. Jetzt werde ich zusehen, dass ich schnell die anderen Fälle des Dezernates Q in die Finger bekomme.