Dienstag, 9. Dezember 2014

Rezension: Raimon Weber - Kuckucksmörder

 
ISBN-13: 978-3548285344
Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 288 beim Taschenbuch
Erstveröffentlichung: 14.11.2014

Eine scheinbar perfekte Familie wird auf bestialische Weise ermordet. Ausgerechnet die beste Freundin der ermordeten Frau findet die Leichen und wird so Teil der Ermittlungen und entwickelt eine sondere Beziehung zu dem Mörder. Denn der Killer sieht sich auf einer Mission und hat nicht vor aufzuhören. Er hat schon eine neue Familie ausgesucht, der er helfen möchte.

Der Plot hat mich schnell begeistert. Die Idee und der Titel machten mich neugierig und versprachen viel. Leider wurde nicht alles so eingehalten und ich bleibe recht enttäuscht zurück.


Das Buch beginnt recht typisch für einen Krimi-Thriller-Mix und spielt anfangs mit den Vermutungen der Leser. Recht schnell wird der Killer und seine Motive präsentiert, sodass hier gar keine Spannung entsteht. Finde ich bei einem Thriller auch nicht so tragisch, weil da ja das Augenmerk oft auf andere Aspekte gelenkt wird. Im Verlauf der Geschichte erfährt man immer mehr über die Gedankenwelt und Vorgehensweise des Mörders. Die Ermittlungen und die Suche nach ihm bleiben stets im Hintergrund und spielen nur eine winzige Nebenrolle. Hauptthema ist der Protagonist, der glaubt die Familien retten und die bösen Männer bestrafen zu müssen.

Die Charaktere bleiben trotz viel Potenzial leider recht blass und es fällt einem sehr schwer Sympathien oder Antipathien aufzubauen. Als Leser sah ich alles recht nüchtern. Für mich absolut schade, denn ein Buch sollte verschieden Gefühle auslösen und einen auch mithilfe der Personen fesseln. Hier absolut nicht gelungen. Für mich blieben vom Mörder, über seine Opfer bis hin zu der Polizei alle klischeehaft und eindruckslos. Lediglich die geographische Nähe zu meinem Wohnort fand ich interessant, aber mehr auch nicht.

Der Schreibstil wirkt durchgehend recht nüchtern. Emotionen kommen einfach nicht richtig an, auch den eigentlich spannenden Szenen fehlt der Reiz. Die Ortsbezeichnungen waren mir oft zu viel. Ich hatte das Gefühl, dass ein wenig Regionalcharakter mit einfließen sollte, funktioniert hat es nur bedingt. Auf den doch recht wenigen Seiten gab es auch zu viele Wiederholungen, sei es die Beschreibung der Charaktere oder der Handlungen. Dadurch wurde auch viel Spannung genommen, auch wenn welche hätte aufkommen können.

Insgesamt für mich eher ein enttäuschender Versuch einen Krimi-Thriller-Mix zu schreiben. Für zwischendurch in Ordnung, aber empfehlen würde ich das Buch nicht. Nicht ausgeschöpftes Potenzial in der Geschichte und klischeehafte Charaktere. Schade.

Nichtsdestotrotz bedanke ich mich bei bloggdeinbuch.de und dem Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar ganz herzlich.