Montag, 19. Januar 2015

Rezension: Kim Zupan - Die rechte Hand des Teufels



ISBN-13: 978-3426515150
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 336 beim Taschenbuch
Erstveröffentlichung: 03.11.2014

Ein seit Jahrzehnten gesuchter brutaler Auftragskiller wird gefasst. Denn als alter Mann ist er einfach müde, sich noch länger zu verstecken. In den Monaten seines Prozesses lernt er den freundlichen und eigensinnigen Deputy kennen. Die beiden entwickeln eine nicht alltägliche und faszinierende Beziehung zu einander. Beide entdecken Gemeinsamkeiten, die keiner vermutet hätte.

Schon das Cover machte mich neugierig und der Klapptext versprach viel Spannung und gute Literatur, nicht nur Unterhaltung. Nach dem Lesen bin ich vollkommen von dem Buch überzeugt, auch wenn es anders war, als erwartet.


Die Geschichte entwickelt sich recht ruhig. Nach und nach kommen mehr und mehr Details ans Licht und bringen dem Leser so das Leben von dem alten Serienkiller und seiner Kariere näher. Gleichzeitig lern man den Deputy besser kennen. Und genau hier liegt auch der Schwerpunkt der Geschichte. Es geht nicht um die Jagt nach dem Killer und auch nicht um die einzelnen Verbrechen. In dem Buch geht es hauptsächlich um die Menschen und ihre Eigenheiten. Die Charaktere sind unglaublich liebevoll beschrieben und haben wahnsinnig viel Tiefe. Die Persönlichkeiten der beiden Protagonisten sind sehr vielschichtig und ergänzen sich perfekt. Sie sind so unterschiedlich, wie ihre Lebenserfahrung bisher und gleichzeitig fast schon beängstigend ähnlich. Hier und da gibt es spannende Entwicklungen und Passagen, wie an einen Thriller erinnern. Insgesamt ist es jedoch ein literarischer Roman.

Die Sprache ist wahnsinnig beeindruckend und ein absoluter Lesegenuss. Es ist kein Buch zum "weglesen", sondern zum Lesen und nachdenken. Jeder Satz ist ein Meisterwerk. Der Autor schafft es mit unvorstellbarem Schreibtalent eine perfekte Stimmung zu erschaffen, die die Geschichte absolut real macht. Vor dem inneren Auge läuft permanent ein Film ab und die Gefühle stellen sich sofort auf die Story ein. Der ruhige, teils fast sachliche Schreibstil hat einen ganz eigenen Charme und man muss sich als Leser darauf einlassen. Aber es lohnt sich.

Wer hier einen Thriller mit packender jagender Spannung erwartet, wird enttäuscht, wer sich aber auf eine faszinierende Geschichte mit einem grandiosen Schreibstil einlässt, wird wie ich vor Begeisterung schwärmen. Absolut empfehlenswert und mehr als lesenswert!

Hier möchte ich mich ganz herzlich und absolut begeistert bei dem Verlag Droemer-Knaur für das Rezensionsexemplar bedanken!