Donnerstag, 12. März 2015

Leiziger Buchmesse 2015 - Teil 1: Donnerstag

Es ist endlich soweit! Der Tag der großen aufregenden Reise ist da. Trotz der ganzen Aufregung konnte ich ganz gut schlafen, leider nicht lange. Um 6:00 Uhr klingelte der Wecker. Dann die morgendliche Routine - diesmal etwas schneller, da Mann und Kind heute frei haben und sich nur fertig machen, um mich weg zu bringen. Schnell noch Obstsalat für Unterwegs schnippeln, damit ich auch nicht verhungre. Letzter Koffer-Check und alle ab ins Auto. Meine Männer haben mich zum Zug gebracht und lieb gewunken. Da schmerzte doch das Mama-Herz. Meinen kleinen Mann werde ich arg vermissen, auch wenn die Auszeit bestimmt gut tut.



Im Zug stellte sich doch recht schnell die Buchmesse-Stimmung ein. Denn rasch packte ich meinen Kindle aus und fing an zu lesen. Nach kurzer Zwischenstation und Frühstück ging es dann in den Zug Richtung Leipzig. Vier Stunden Reise- und Lesezeit liegen nun vor mir. Anstrengend, aber ich genieße es auch. Ruhe, Zeit für mich und einfach lesen. Meine Lektüre für den Hinweg: zur Einstimmung auf den Abend die XXL-Leseprobe "Mächtiges Blut" von Sandra Florean (genial) und "Aufs Leben, die Liebe... und meinen Tod" von Salm Bennet (vielversprechender Anfang).


Um 13:20 Uhr steige ich in dem wunderschönen Leipziger Hauptbahnhof ab und atme erstmal tief durch. Allein schon um nach der heißen Zugluft wieder frische Luft zu holen. Die Aufregung und Euphorie lässt mich strahlen. Verrückt, was so ein Buchurlaub mit einer jungen Mutter anstellen kann. Ich mache mich direkt auf den Weg zum Hotel und hoffe, etwas eher einchecken zu können. Sobald ich dort ankomme (gerade mal 5 Minuten Fußmarsch) bin ich absolut beeindruckt und begeistert. Alles ist sehr edel, modern und wunderschön, ohne übertrieben oder aufgesetzt zu wirken. Mein Zimmer ist ein Traum! Und die Aussicht erst - direkt auf den Augustusplatz und das Theater. Gerne würde ich hier länger verweilen. Doch der Hunger ruft. Nach dem köstlichen Mahl steht Sightseeing auf dem Programm.




Die wunderschöne Nikolaikirche ist wirklich einen Besuch wert. Es ist ein sehr beeindruckendes und emposantes Gebäude, das trotz seine Größe und Pracht eine herrlich Ruhe und Tiefe ausstrahlt. Ich besichtige gerne Kirchen und diese gehört zu meinen absoluten Favoriten. Also an alle Leipzig-Besucher: stattet dem Gotteshaus einen Besuch ab! Es hat nicht diesen oft drückenden Charakter einer Kirche, weil es sehr hell gestaltet ist mit viel Weiß (inkl. Bänke) und Pastelltönen an den herrlichen Verzierungen.

Die Thomaskirche ist ganz anders, aber ebenso sehr schön. Es hat eher einen besinnlichen und nachdenklichen Charakter. Es wirkt ernster und ruhiger. Der Bezug zu Johann Sebastian Bach ist allgegenwärtig und wird vor allem durch die große Bodenplatte in den Mittelpunkt gerückt. Als Klassik-Fan für mich auf jeden Fall etwas ganz besonderes. Zum Durchatmen und Entfliehen der Stadthektik wunderbar geeignet.

Und schon wurde es Zeit für meine erste Lesung - auf zu Lucca Bar! Die Freude und Erwartungen waren recht hoch und ich wurde nicht enttäuscht!




Vier wundervolle Autorinnen präsentierten auf eine ganz besondere Art und Weise ihre Schätze. Denn die Damen haben sich etwas ganz besonderes und humorvollen einfallen Lassen: zu jedem Buch bzw. dem Abschnitt daraus haben sie zusammen eine Art Mini-Theaterstück aufgeführt, inkl. Rollenverteilung und jede Menge Körpereinsatz. Je nach Bedarf und Situation schmissen sich die Ladys auf den Boden, wurden gewürgt, in den hals gebissen und für eine bessere authentische Darstellung eines 14-jährigen wurden glatt Hand angelegt und die Brust der Kollegin "abgedrückt" - ich habe Tränen gelacht! So wurden jede Menge Emotionen direkt auf den Zuhörer übertragen und es machte ungeheuer Spaß zuzuschauen und zuzuhören! Ein Genuss für alle Sinne. Und Mitmachen durfte man als Zuschauer auch und die Hintergrundgeräusche beisteuern - ich habe mal spontan eine Glocke übernommen und mit dem Löffel auf meinen Kaffeebecher geklopft, hat funktioniert. Eine herrliche und unvergessliche Lesung und ich freu mich riesig, dass ich dabei war!

Ann-Kathrin Karschnik machte mit "Phoenix - Tochter der Asche" den Anfang. Das Buch habe ich vor einigen Tagen beendet und fand es recht interessant jetzt so die gelesenen Seiten noch einmal Revue passieren zu lassen. Meine Rezension werden ihr demnächst lesen.
Anschließen mein persönlicher Favorit - "Mächtiges Blut" von Sandra Florean. Die Autorin ist live noch sympathischer als gedacht. Ja das geht tatsächlich, dazu hat sie jede Menge Humor und auch noch hübsch. Das Buch habe ich mir sofort mitgenommen. Die Leseprobe war einfach der Knaller und so konnte ich mir das Schätzchen auch noch mit Signatur holen. Für morgen haben wir uns gleich am Schattenwelt-Report-Messestand verabredet. Ich freu mich!
Farina de Waard stellte ihre Wölfe vor. Scheint eine recht interessante Story zu sein, jedoch nicht so meins - mit Werwölfen werde ich einfach nicht warm.
Und Janika Hoffmann durfte als letzte ihr Debüt vorstellen. "Drachenkralle" ist ein Jugendbuch mit und über Drachen, Geheimnisse und Abenteuer. Für Genre-Fans mit Sicherheit lesenswert.

Nach einem Blick auf die Uhr fiel mir auf, dass es schon recht spät war und es Zeit wurde Richtung Alte Börse zu wandern. Der Weg ist kurz und das nächste wunderschöne Gebäude empfängt mich. Herrlich, welch großartige Architektur in Leipzig zu finden ist.




Ich freute mich wahnsinnig auf die Lesung von Klaus-Peter Wolf. Bereits letztes Jahr konnte ich feststellen welch ein unglaublich talentierter Vorleser er ist. Nicht jeder Autor kann auch so fesselnd und authentisch sein Buch vortragen. Nicht umsonst liest er auch seine Hörbücher selber ein. Zur Recht. Auch heute hing ich förmlich an seinen Lippen. Gleich bei der Ankunft im Hotel starte ich mit Ostfriesenwut. Jetzt muss ich sofort wissen, wie es weiter geht.
Gänsehaut bei gelesenen Täter-Passagen, Lachtränen bei den Rupert-Szenen und jede Menge Komik, Beschreibungen, Erklärungen und wahnsinnig charmanten Kommentaren. Trotz seines Erfolges ist der Autor absolut bodenständig, ehrlich witzig, authentisch und einfach bezaubernd! Als kleine Überraschung trug seine Frau, die eigentlich Kinderlieder-Macherin ist, ein Ständchen mit dem Titel "Wenn mein Mann wieder einen Krimi schreibt" - köstlich und eine sehr schöne Singstimme. Und sie wirkt mindestens genauso sympathisch und freundlich, wie ihr Mann.
Eine tolle Kombination aus Lesung und wieder mal absolut genialen Ausschnitten aus dem neuen Werk, Beschreibung seiner Arbeit und kleinen Anekdoten - herrlich!
Ihr merkt schon, ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen. Die Bücher sind schon klasse, aber eine Lesung von Klaus-Peter Wolf ist einfach der Knaller! Ein perfekter Abschluss des Tages und jetzt schon ein absolutes Highlight der Buchmesse. Danke!






Voller Begeisterung und aufgeregt durch den wundervollen und langen Tag komme ich in meinem großartigen Zimmer an. Und um alles frisch berichten zu können und euch an meiner Begeisterung teilhaben zu lassen, wird sofort dieser Bericht verfasst. Es war ein genialer erster Tag und morgen geht es auf zur Messe. Jetzt gönne ich mir noch einige spannende Seiten Ostfriesenwut und dann ab ins Land der Träume.

Eure Vicky im Buchfieber