Dienstag, 23. Juni 2015

Rezension: Andreas Winkelmann - Wassermanns Zorn

ISBN-13: 978-3805250375
Verlag: Wunderlich
Seiten: 416 beim Paperback
Erstveröffentlichung: 17.08.2012
Ein Hauptkommissar mit Geheimnissen und eine Neue, die ihre Klappe nie halten kann. Dazu ein skrupelloser Mörder, der sehr mysteriös wirkt. Das alles versprach einen sehr guten und spannenden Thriller. Aus mehreren Gründen war er aber nur mittelmäßig.

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, so dass man direkt ein Bild von ihnen vor Augen hat. Leider ist dieses Bild bei keinem einzigen wirklich positiv. Allein der Taxifahrer scheint noch sympathisch. Der Hauptkommissar wirkt völlig unsicher und inkompetent. Kein Wunder, dass er als Schwächling gilt. Die Neue nervt nur. Das sie zu allem ihren Senf dazu gibt, könnte sehr lustig sein, hier ist es aber nicht. Sie wirkt nur überschlau und denkt, dass sie alles kann und weiß. Der Mörder wirkt gerade nach der Auflösung irgendwie nicht authentisch. Die Morde waren zwar recht grausam, aber mehr nicht. Wirkliche Thrillerstimmung kam bei mir nicht auf. Das Ende und die Auflösung des Falles fand ich recht merkwürdig und nicht wirklich stimmig. Einige Fragen wurden erst zum Schluss aufgeworfen, aber nicht beantwortet.

Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Gerade durch die kurzen Abschnitte und Perspektiven- und Zeitenwechsel kam Spannung auf. Obwohl mir die Geschichte an sich nicht wirklich zusagte, rettete der Autor mit der flüssigen und spannenden Schreibweise einiges. Das Buch lässt sich wirklich sehr gut lesen. Und ich kann mir vorstellen, dass einige auch die Handlung sehr gut finden. Nur für mich was das nicht das Richtige.

Zusammenfassend ist die Geschichte eher mittelmäßig, die Personen unsympathisch, der Autor kann aber sehr gut schreiben. Eine Leseempfehlung kann ich deshalb nur bedingt aussprechen. Wer nicht zu viel erwartet, oder das Buch geschenkt bekommt, kann es auch gut gelesen. Kaufen würde ich es nicht.